Armenische Kultur

Chatschkar

Chatschkar heißt wörtlich übersetzt Kreuzstein. Ein Chatschkar ist ein kunstvoll behauener Stein mit einem Kreuz in der Mitte.

Die Chatschkare sind ein wichtiger Bestandteil der armenischen Bildhauerkunst. Sie sind Vermittlungsträger spezifisch armenischer Bedeutungsinhalte. Sie sind Zeichen des christlichen Glaubens und Symbole einer hochentwickelten Kultur ebenso wie des ästhetischen Formempfindens der Armenier.

Die ersten Chatschkare im heutigen Sinne wurden im 9. Jahrhundert entwickelt, nachdem Armenien sich von arabischer Herrschaft befreit hatte. Es begann eine kulturelle Blütezeit, in der auch eine Wiederbelebung des armenischen Baustils einsetzte. Die noch erhaltenen Chatschkare stammen vor allem aus der Zeit bis zum 13. Jahrhundert. Ihre Veränderungen während der Jahrzehnte und Jahrhunderte laufen parallel zu den stilistischen Veränderungen, die die armenische Architektur damals erlebte.

Chatschkare wurden als Sinnbilder für Erlösung und Kreuzigung geschaffen, als Geschenke für Klöster und um das Christentum zu verbreiten. Es gibt Chatschkare, die an militärische Siege erinnern, historisch wichtige Ereignisse festhalten oder den Zweck haben, an die Fertigstellung von Brunnen, Brücken und anderen Bauwerken zu erinnern.

Im Dezember 2005 erschienen Berichte, die zum wiederholten Male die systematische Zerstörung der Kunstwerke durch aserbaidschanische Soldaten belegen. Der Umfang der Beschädigungen und der Zerstörung ist unermesslich. Die Zerstörungsaktion zeugt vom Fehlen jeglichen Respekts vor dem Kulturerbe anderer Völker, sie wird von supranationalen Behörden als "similar to the Taliban's demolation of the Bamiyan Buddhas in Afghanistan" bewertet und gefährdet in hohem Maße Aserbaidschans Annäherungsversuche an die Europäische Union.

Küche

Die Armenische Küche ist die Landesküche Armeniens. Sie ähnelt den Küchen der anderen Länder des Kaukasus, dennoch gibt es einige Unterschiede. Während in Georgien Mais das wichtigste Getreide ist und in Aserbaidschan Reis, ist es in Armenien das aus Weizen hergestellte Bulgur. Die daraus zubereiteten Gerichte werden plov genannt und ähneln einem Pilaw. Typisch ist die Verwendung von Mehlmischungen aus Weizen, Mais und Kartoffeln. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Lammfleisch, Auberginen, Joghurt und Brot.

Kleine Imbisse heißen Mezze. Die häufigsten Zutaten hierfür sind Auberginen, Linsen, Bohnen und Kichererbsen, geröstete Kürbiskerne, geröstete und gesalzene Pistazien. Auch in anderen Ländern bekannt sind Börek und Dolma. Eine stark gewürzte Fleischsorte erinnert an Pastrami. Das zu den Mezze gereichte Brot heißt Lavash und ist ein dünnes knuspriges Weizenbrot.

Ein Salat aus sauer eingelegtem Gemüse und Zitronen kann eine Vorspeise sein oder eine Beilage zum Hauptgericht. Der wichtigste Speisefisch ist die Forelle aus dem Sewansee; sie wird auf viele Arten zubereitet. Eine Variante besteht darin, sie vor dem Backen mit Früchten wie getrockneten Pflaumen, Aprikosen oder Zwetschgen zu füllen. Generell wird Obst häufig in der Küche verwendet, auch als Einlage für Suppen und Eintöpfe.