Diözese in Deutschland

Die Armenische Kirche wirkt infolge ihrer bewegten Geschichte überall auf der Welt, von Nahen Osten bis Europa und Amerika. Sie ist heute in über 70 Staaten vertreten. In über 30 Ländern existieren armenische Diözesen bzw. Bistümer (Armenisch: Tem oder Aradschnordutyun). Die größten befinden sich in den USA und in Russland, gefolgt von den Diözesen in Frankreich und Georgien. Sie alle unterstehen dem Mutterstuhl zu St. Etschmiadzin und erkennen die Autorität des Katholikos Aller Armenier an.

1992 hat der Vazgen I., der damalige Oberste Patriarch und Katholikos Aller Armenier, durch eine offizielle Enzyklika auch eine Diözese in der Bundesrepublik Deutschland mit Sitz in Köln gegründet, der Erzbischof Karekin Bekdjian vorsteht. Neben ihm sind noch fünf Geistliche tätig.

Über die Diözese hinaus gibt es in Deutschland auch andere, teils kulturelle (etwa 20), teils kirchliche (etwa 15) Vereine bzw. Gemeinden. Diese letzteren unterstehen der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, die deren Zusammenarbeit organisiert. Es wurde eine Diözesansatzung auf Grund der kanonischen Ordnungen und der demokratischen Verwaltung der Armenischen Kirche erarbeitet.

Verwaltung

Die Hauptorgane der Diözese sind die Diözesandelegiertenversammlung und der Diözesanbeirat. Die Diözesandelegiertenversammlung ist das höchste parlamentarische und legislative Organ der Diözese. Alle Kirchengemeinden haben wenigstens einen und höchstens zehn gewählten weltlichen Delegierten. Die Zahl hängt von der Gemeindemitgliederzahl ab. Pro 50 Mitglieder wird ein Delegierter gewählt. Der Primas und die Geistlichen der Diözese sind auch Mitglied der DDV, allerdings muss der Anteil der Geistlichen zehn Prozent der Gesamtzahl nicht überschreiten. Die Delegierten werden für drei Jahre Amtszeit gewählt und dürfen wiedergewählt werden.

Der Diözesanbeirat mit seinen 8 weltlichen Mitgliedern ist das exekutive Organ der Diözese. Der Primas ist kraft seines Amtes stimm-berechtigtes Mitglied des Diözesan-beirates. Die Diözesanbeirats-mitglieder werden von der Diözesandelegiertenversammlung für eine Amtszeit von drei Jahren gewählt und dürfen wiedergewählt werden. Der Primas der Diözese ist der Ehrenvorsitzende der DDV und des Diözesanbeirates.

Die Gemeinden auf Ortsebene und die Diözese auf Bundesebene sind Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Die ACK ist eine ökumenische Institution, in der über unterschiedlichen religiös-kirchlichen sowie gesellschaftlichen Themen und Heraus-forderungen diskutiert und beraten wird. Sie organisiert auch gemeinsame ökumenische Gottesdienste, Tagungen und Veranstaltungen.